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Malteser Kliniken Rhein-Ruhr

Wissen

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung von Frauen. Jährlich erkranken in Deutschland über 57.000 Frauen neu an Brustkrebs und etwa 19.000 sterben daran. Alle Krebsarten haben eine Gemeinsamkeit: die Zellteilung eines Organs oder Gewebes gerät außer Kontrolle. Es entsteht ein Tumor – eine Geschwulst. Kann das veränderte Zellwachstum nicht, zum Beispiel durch die körpereigenen Abwehrkräfte, gestoppt werden, vermehren sich die Zellen ungebremst und können auch in benachbartes Gewebe wachsen. Durch unser Lymph- und Blutgefäßsystem können sie sich dann auch in andere Körperregionen verbreiten.

Häufigkeit

Brustkrebs ist kein Einzelschicksal: Durchschnittlich jede zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Mit 28 Prozent ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen; jährlich sind 57.000 Frauen neu in Deutschland davon betroffen. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter bereits ab dem 35. Lebensjahr. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren und damit sechs Jahre unter dem mittleren Erkrankungsalter aller Krebserkrankungen.

Übrigens: Es können auch Männer an Brustkrebs erkranken. Im Vergleich zu den erkrankten Frauen ist ihr Anteil zwar sehr gering. Dennoch sterben durchschnittlich in Deutschland 120 Männer jährlich an dieser Krebserkrankung. 

Risikofaktoren

Warum Brustkrebs entsteht, ist noch unklar. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Kombination von Störungen der Zellteilung und einer Fehlsteuerungen von zellulären Abwehrmechanismen. Wir kennen einige Risikofaktoren, aber Krebs verursachend sind die einzelnen Faktoren deshalb jedoch nicht. Was wir wissen ist, dass Hormone eine besondere Rolle spielen. Die folgende Auflistung soll Ihnen keine Angst einjagen. Mit dem Wissen um bestimmte Risikofaktoren sollen Sie sehr bewusst und aufmerksam Veränderungen an Ihrer Brust beachten und bei Veränderungen oder Beschwerden Ihre Ärztin/Ihren Arzt aufsuchen.

Ein erhöhtes Brustkrebsrisiko kann bestehen: 

  • bei genetischer Belastung von Frauen, wenn ihre Mutter oder Schwester bereits an Brustkrebs erkrankt sind.
  • bei kinderlosen Frauen bzw. Frauen, die ihr erstes Kind nach dem 35. Lebensjahr bekommen haben
  • bei Frauen, die nicht gestillt haben.
  • bei Frauen, die ihre erste Monatsblutung vor dem 12. Lebensjahr bekommen haben bzw. erst nach dem 50. Lebensjahr in die Wechseljahre gekommen sind.
  • bei Frauen mit einer Mastopathie (einer gutartige Veränderung des Drüsengewebes der Brust, die während der Geschlechtsreife bis zum Beginn der Wechseljahre auftritt)
  • allgemein bei Frauen über 50 Jahre (allgemeines Altersrisiko).

Wichtig für alle Frauen: Führen Sie regelmäßig eine sorgfältige Selbstuntersuchungen der Brust durch und nutzen Sie die jährlich kostenfreie Vorsorgeuntersuchungen bei Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt. Die Vorsorgeuntersuchung steht jeder krankenversicherten Frau ab dem 30. Lebensjahr in Deutschland zu.

Stadieneinteilung

Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Differenziert wird – wie bei anderen Krebsarten auch – nach verschiedenen Formen, wobei zwei Hauptgruppen unterschieden werden: Vor- und Spätstadium.

Die Prognose für das Vorstadium ist dabei sehr gut. Wird der Brustkrebs in diesem frühen Stadium erkannt und operativ entfernt, so besteht eine gute Chance auf vollständige Heilung. Zusätzliche Behandlungen können aber eventuell notwendig sein. Das Spätstadium wird in eine Vielzahl von Zelltypen unterteilt. Je nach Zelltyp lassen sich unterschiedliche prognostische und therapeutische Angaben machen. Lassen Sie sich nicht entmutigen, suchen Sie kompetente Hilfe. Denn wenn man alle Stadien betrachtet, dann leben fünf Jahre nach Feststellung der Erkrankung acht von zehn Frauen.

Trends

Gegenwärtig sind zwei Trends erkennbar:

  • Seit den 1980er Jahren steigt die Häufigkeit von Brustkrebserkrankungen kontinuierlich an.
  • Seit den 1990er Jahren sinkt die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu sterben.

Insbesondere wenn der Krebs in einem frühen Stadium festgestellt wird, sind die Heilungschancen gut. Das heißt, dass die Überlebenschancen für  Brustkrebspatientinnen dank stetiger Verbesserung der Diagnostik und Erforschung neuer Therapieansätze deutlich gestiegen sind.