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Malteser Kliniken Rhein-Ruhr

Palliativzentrum Rhein-Ruhr

Was ist Palliativmedizin?

Palliativmedizin umfasst eine ganzheitliche Betreuung und Begleitung von Patienten, die sich in einem weit fortgeschrittenen und fortschreitenden Stadium einer Erkrankung befinden, bei der eine Heilung nicht mehr möglich ist. Sie "umhüllt" und schützt den Patienten, wobei das oberste Ziel der palliativmedizinischen Versorgung der Erhaltung einer hohen Funktionsfähigkeit und Lebensqualität gilt, wenn Heilung nicht mehr möglich ist. Dieses Konzept stammt ursprünglich aus der Betreuung unheilbar kranker Krebspatienten, gilt heute aber auch für jede Erkrankung, die fortschreitend und unwiederbringlich zum Tode führt. Palliativmedizin bejaht das Leben und nimmt das Sterben als natürlichen Prozess an. Sie umfasst auch die Betreuung der Familie vor und nach dem Tod.

Palliativmedizin als Schwerpunkt der Malteser

Seit der Gründung des Malteserordens im Jahr 1099 steht die Behandlung von kranken und hilfsbedürftigen Menschen im Mittelpunkt der Malteserdienste. Ihre Motivation beziehen die Malteser aus dem karitativen Auftrag der katholischen Kirche zum Dienst am Nächsten. Die Malteser in Deutschland haben die Palliativmedizin ausdrücklich zu einem Schwerpunkt ihres Leistungsspektrums erklärt.

Gesamtkonzept der Palliativmedizin

Im Vordergrund der Palliativmedizin steht eine konsequente Schmerztherapie, welche die Nähe zum Fachbereich Anästhesiologie bedingt. Durch Symptomkontrolle und Behandlung unangenehmer Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder Schwäche soll die Selbständigkeit und Leistungsfähigkeit des Patienten wiederhergestellt oder erhalten werden, damit er bis zum Tod so aktiv wie möglich leben kann. Ein weiterer zentraler Bestandteil der Palliativmedizin ist die Integration der psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse der Patienten und Angehörigen sowohl im Krankheitsverlauf als auch beim Sterben und in der Trauerphase. Dies setzt Kompetenz in wichtigen Fragen der Kommunikation und Ethik voraus. Palliativmedizin ist lebensbejahend und beinhaltet die Akzeptanz der Sterbephase als Teil des Lebens. Da der Tod hierbei weder beschleunigt noch herausgezögert werden soll, stellt die Palliativmedizin damit eine eindeutige Ablehnung der aktiven Sterbehilfe dar bzw. macht diese überflüssig.