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Malteser Kliniken Rhein-Ruhr

Malteser-Ärzte operieren kostenlos Kinder in Vietnam

18.12.2018
Dr. Dr. Helmut Sieber (3.v.l.) und Dr. Dr. Andreas Hammacher (2.v.r.) und ihr Team in DaNang.
Deutsch-Vietnamesische Malteser-Hospital nach seiner Fertigstellung 1972.
Dr. Dr. Helmut Sieber (3.v.l.) und Dr. Dr. Andreas Hammacher (2.v.r.) und ihr Team in DaNang.
Dr. Dr. Helmut Sieber (3.v.l.) und Dr. Dr. Andreas Hammacher (2.v.r.) und ihr Team in DaNang.
Deutsch-Vietnamesische Malteser-Hospital nach seiner Fertigstellung 1972.
Deutsch-Vietnamesische Malteser-Hospital nach seiner Fertigstellung 1972.

Die beiden Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen Dr. Dr. Helmut Sieber und Dr. Dr. Andreas Hammacher aus dem Malteser Krankenhaus St. Johannes-Stift haben zwei Wochen lang kostenlos Kinder in Vietnam operiert. Vor allem die Bevölkerung aus den Bergregionen an der Grenze zu Laos ist auf die medizinische Hilfe aus Deutschland angewiesen.

Duisburg. 82 Operationen in knapp 14 Tagen – das ist die Bilanz von Dr. Helmut Sieber, Dr. Andreas Hammacher und ihren Kollegen bei ihrem letzten Aufenthalt in der vietnamesischen Stadt DaNang. DaNang ist eine Stadt am südchinesischen Meer mit rund eineinhalb Millionen Einwohnern. Sie liegt zwischen Hanoi im Norden und Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden. Hier leben besonders viele arme Menschen mit großen medizinischen Problemen. „Wir fliegen bereits seit 1997 ein bis zwei Mal im Jahr nach DaNang. Wir operieren in erster Linie Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten. In Vietnam leiden drei Mal mehr Kinder daran als in Deutschland“, berichtet Dr. Sieber. Die chirurgischen Korrekturmöglichkeiten sind in dem Gebiet sehr stark eingeschränkt. „Wer nicht bereits im Kindesalter behandelt wird, trägt oft noch als Erwachsener die Folgen mit allen daraus resultierenden schweren funktionellen, ästhetischen und seelischen Störungen“, ergänzt Dr. Hammacher, der dieses Jahr zum ersten Mal mitflog.

                                               Mehr als 3400 Operationen bisher

Organisiert wird der Hilfseinsatz von der Deutsch-Vietnamesischen Gesellschaft zur Förderung der Medizin (Deviemed). Seit der Gründung der Gesellschaft konnten mehr als 3400 Kinder und junge Erwachsene behandelt werden. „Für mich ist es eine ganz neue Erfahrung gewesen. Die Menschen in Vietnam sind sehr gastfreundlich und unglaublich dankbar. Es hat wirklich Spaß gemacht, die Kinder vor Ort zu versorgen, zumal wir uns auch auf das Operieren konzentrieren können und kaum administrative Aufgaben haben“, erklärt Dr. Hammacher. „Wir haben dort zwei OP-Tische in einem Saal an denen wir parallel operieren. Der Klinik-Tag beginnt für uns um 8 Uhr und endet meist nicht vor 18 Uhr 30. Wenn wir aus dem OP rauskommen, sehen wir viele strahlende Eltern, die sich freuen, dass ihren Kindern geholfen wurde. Das macht uns sehr demütig“, berichtet Dr. Sieber. 

                                    Klinik wurde von den Maltesern gebaut

Die ursprüngliche Klinik in DaNang wurde bereits 1968 während des Vietnamkriegs als Ersatz für das Hospitalschiff Helgoland gebaut. „Das hat natürlich für uns eine besondere Bedeutung. Denn das Krankenhaus wurde von den deutschen Maltesern errichtet und betrieben und nach Kriegsende den Menschen in Vietnam zur Verfügung gestellt“, erklärt Dr. Sieber. Eine kleine Tafel, die von Wind und Wetter gezeichnet ist, ist noch auf dem Krankenhausgelände zu finden. Mittlerweile wurde die Klinik mehrfach ausgebaut und ist heute deutlich größer als vor 50 Jahren. Die beiden Malteser-Ärzte sind übrigens vor Ort, wie ihre deutschen Kollegen, ganz landestypisch unterwegs. Den Weg vom Hotel ins Krankenhaus legen sie auf Mopeds zurück, manchmal mit Folgen: „Ich hatte meinen internationalen Führerschein nicht dabei und wurde von der Polizei angehalten. Das hat dann 500.000 Dong gekostet, umgerechnet knapp 20 Euro. Aber auch das war eine Erfahrung wert“, sagt Dr. Sieber lachend.